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Lenos Verlag
Omar Youssef Souleimane
Der letzte Syrer
Roman
Aus dem Französischen
von Christiane Kayser
Die Übersetzerin
Christiane Kayser, geboren 1954 in Esch-sur-Alzette, Luxemburg,
übersetzt aus dem Französischen, u. a. Mahi Binebine, Tahar Ben
Jelloun, Jean Vautrin, Tonino Benacquista, Boualem Sansal und
Fouad Laroui. Sie engagiert sich ausserdem seit vielen Jahren in der
Entwicklungszusammenarbeit in verschiedenen Ländern Afrikas.
Mitgründung des Pole Institute in Goma, D. R. Kongo, Begleitung
der Afrikaarbeit des Zivilen Friedensdienstes beim Evangelischen
Entwicklungsdienst (EED), später Brot für die Welt. Christiane
Kayser ist Mitherausgeberin des Mapinduzi Journal und der Reihe
Building Peace / Construire la Paix. Sie lebt in Berlin und südlich von
Toulouse.
Dieses Buch erscheint im Rahmen des Förderprogramms des fran-
zösischen Aussenministeriums, vertreten durch die Kulturabteilung
der französischen Botschaft in Berlin.
Titel der französischen Originalausgabe:
Le dernier Syrien
Copyright © 2020 by Éditions Flammarion, Paris
Erste Auflage 2022
Copyright © der deutschen Übersetzung
2022 by Lenos Verlag, Basel
Alle Rechte vorbehalten
Satz und Gestaltung: Lenos Verlag, Basel
Umschlagbild: Shutterstock
Printed in Germany
ISBN 978 3 03925 017 2
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Es ist eine alte Geschichte.
Kaufleute fanden in der Nähe der Pyramiden in
Ägypten ein Kind in einem Brunnen. Sie beschlossen,
es zum Sklavenmarkt zu bringen, wo es an den Obers-
ten der Leibwache des Pharao verkauft wurde, der es
adoptierte, da er selber keine Kinder hatte und von der
Intelligenz des kleinen Jungen fasziniert war.
Das Kind wuchs im Palast auf und wurde sehr schön:
Sein betörendes Gesicht entfachte eine unheilvolle Lei-
denschaft bei der Adoptivmutter.
Eines Tages scharte sie ihre Freundinnen um sich und
gab jeder ein Messer, während der junge Mann ihnen
Früchte brachte. Als sie dieses herrliche Wesen sahen, ver-
störte sie seine Schönheit, und die Frauen schnitten sich
in die Finger. »Das ist kein Mensch, das ist ein Engel!«, rie-
fen sie. Die Hausherrin schmachtete nur noch mehr nach
dem jungen Mann und wollte ihn einsperren, um sich
seine Reize zu sichern. Er wehrte sich, doch als der Adop-
tivvater hinzukam, beschuldigte ihn die Frau der versuch-
ten Vergewaltigung. Obwohl die Lüge oensichtlich war,
liess ihn der Hofbeamte in den Kerker werfen.
Diese Anekdote hatte Youssef Dutzende Male gehört.
»Deshalb habe ich dich Youssef genannt, mein Schatz.
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Damit du so schön wie dieser Prophet wirst«, sagte ihm
seine Mutter an den Winterabenden, wenn sein Kopf
auf ihrem Schoss ruhte und sie ihm über das Haar
strich. »Er wirkte Wunder, konnte die Zukunft aus den
Träumen der Menschen lesen, und am Ende kam er
frei, denn er war ehrlich, geduldig und gab nie seine
Prinzipien auf.« Dies waren die letzten Worte, die das
Kind vor dem Einschlafen hörte.
Es ist eine alte Geschichte.
Als Youssef im März 2011 an der ersten Demons-
tration in Damaskus teilnahm, kam es ihm vor, als sei
nach vierzig Jahren Schweigen und Angst der gegen das
Assad-Regime ausgestossene Freiheitsschrei ein mächti-
geres Wunder als das Wirken des Propheten. Kein Gott
hatte ihn erschaen, er war ein reines Produkt der Em-
pörung. In Tunesien hatte sich Bouazizi aus Protest ge-
gen Diktator Ben Ali selbst verbrannt, und als Reaktion
auf sein Opfer hatte eine grosse Welle von Demonstra-
tionen Ägypten, Libyen, den Jemen und dann Syrien
erfasst. Diesen Tsunami der Wut hatte niemand vorher-
sehen können.
Am Ende der Demonstration war ein Polizist Youssef
auf den Fersen; der junge Mann war in den Eingang
eines Gebäudes gelaufen, hatte seine Tasche weggewor-
fen und seine Jacke ausgezogen. Dann ging er wieder
hinaus, gab den Bettler, bat den Polizisten um Almo-
sen und kam unbehelligt davon. Bis heute versteht er
nicht, wie er so etwas hatte wagen können und wieso
sein Verfolger ihn nicht erkannt hatte. Seither hat er
den Eindruck, alles um ihn herum sei nur Filmkulisse.
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Dieser Gedanke, der ihn zum Lachen bringt, kommt
ihm selbst in den härtesten Momenten.
Seit diesem Zwischenfall lebt er nicht mehr in Da-
maskus. Die Hauptstadt fehlt ihm und inspiriert ihn.
Und trotz des Risikos, vom Geheimdienst verhaftet zu
werden, ist es ein aufregendes Abenteuer, dorthin zu-
rückzukehren, um neue Kampfgefährten zu treen. Für
ihn ist Damaskus wie ein Spiegel, ein Sonnenstrahl zwi-
schen zwei Wolken, dort fühlt er sich unsterblich. Jedes
Mal wenn er dort ist, hat er den Eindruck, einen Teil
seiner Seele wiederzunden. Er geniesst es, stundenlang
durch die Altstadt zu bummeln; das ist der einzige Ort,
an dem er nicht von der Zukunft besessen ist: wie ein
Vogel im Flug, der immer weiteriegen muss.
Youssef trägt seine besten Kleider, er möchte elegant
sein, falls er diese Welt verlassen muss, das ist seine
Form des Widerstands.
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Freude überkommt ihn, während er durch das Busfens-
ter die Landschaft vorbeiziehen sieht. In diesem Au-
genblick kann nichts seine Freude trüben, nichts seine
Kraft erschüttern; alles wird gutgehen, dieser Gedanke
lodert in seinem Herzen.
Von seinem Sitz aus beobachtet er sein Spiegelbild in
der Scheibe, er sinnt über seinen Vornamen nach: »Ich
habe keinerlei Bezug zu diesem Propheten, ich weiss
nicht einmal, ob es eine wahre Geschichte ist, und es ist
mir auch egal. Er deutete die Zukunft aus den Träumen,
die Aufständischen aber verwirklichen ihre Träume,
und das ist das Wesentliche.«
Zwischen seinem Sitz und dem vor ihm ist wenig
Platz, das ist nichts Neues, dieses Problem hat er mit
seinen langen Beinen öfter; als er klein war, nannten ihn
die anderen Schüler Spinne und traten nach ihm.
Dann denkt er an seine Kameraden von der Qalb-
Bewegung, die er vor einigen Monaten in Homs ken-
nengelernt hat: Aktivisten, die für eine andere Zukunft
kämpfen, die alle Teile der syrischen Jugend gegen das
Regime zusammenbringen wollen. Diese Studierenden,
sowohl aus den Natur- wie den Geisteswissenschaften,
sind oft hochintelligent und sehr aktiv, sie kommen
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von verschiedenen Universitäten. Alle sind sie der Kor-
ruption müde, die dort herrscht: Zum Beispiel haben
Kinder von Ozieren bereits vor den Examen Einblick
in die Prüfungsthemen. Mit Beginn der Revolution
haben sich diese Aktivisten zusammengetan und nach
langen Debatten beschlossen, eine politische Bewegung
zu gründen. Für Youssef ist das wesentliche Ziel, einen
Bürgerkrieg zu verhindern. »Wir müssen dem Regime
friedlich entgegentreten, jede Form von Gewalt vermei-
den und unabhängig bleiben: Wir sind keine politische
Partei, die die Macht ergreifen will.«
Der Bus fährt an einer vergoldeten Statue des ehe-
maligen Präsidenten Has al-Assad vorbei, er lächelt
und hat den Arm zum Gruss erhoben. »Bald ist diese
Erde frei. Du wirst sehen, wir werden dir einen Arsch-
tritt versetzen, dich vom Sockel stossen und in den Müll
werfen«, denkt er. Auf seinem Handy liest er Nachrich-
ten: »Demonstrationen im Süden, trotz der Belagerung
durch die Armee des Regimes. An der Küste wurde ein
Neunzehnjähriger von einem Heckenschützen getötet.«
Er wechselt zu den Auslandsmeldungen: »Islamistische
Milizen kämpfen in der libyschen Hauptstadt gegen die
Regierung. In Tunesien zum ersten Mal demokratische
Wahlen. Neuer Sexskandal um Berlusconi.«
Er wendet den Kopf nach links, ein etwa fünfzig-
jähriger Mann isst Sonnenblumenkerne und sieht sich
den nichtssagenden Film an, der auf dem Bildschirm
des Busses läuft. Youssef hat es noch nie gemocht, dass
in überfüllten Bussen schlechte Filme gezeigt werden.
Man hört die Stimmen der Schauspieler nicht, und
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diese Art von Filmen aus den 1970er Jahren hat sowieso
immer ein Happy End: Die beiden Hauptguren hei-
raten, während die Bösen tot oder im Gefängnis sind.
Diese Welt, in der die perfekteste aller Gerechtigkeiten
herrscht, klingt falsch und passt ihm nicht. Eine der
letzten Szenen zeigt das Eintreen der Polizei, die eine
Dealerbande hochnimmt. Dann schlendert ein lachen-
des Paar am Fluss entlang und schaut sich dabei tief in
die Augen. »Es ist immer das Gleiche, man gibt sich mit
einem einzigen Spiellm zufrieden, anstelle der tausend
anderen, die heutzutage in der arabischen Welt gedreht
werden«, sagt sich Youssef. Am liebsten würde er den
Mann ansprechen, der von dieser Szene so fasziniert ist,
ihn bitten, damit aufzuhören, lieber an die Dinge zu
denken, die vor kurzem passiert sind, doch er wendet
sich wieder zum Fenster; er verliert sich in seinen Ge-
danken und ist glücklich, wenn er sich ausmalt, was er
in Damaskus tun wird. In einer halben Stunde wird er
dort sein; der Bus rast über den Asphalt, aber für Yous-
sef ist es noch ein langer Weg.
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Anfang Oktober vermischt sich in Damaskus die Hitze
mit kühler Luft, man meint, zugleich zwei Jahreszeiten
zu erleben. Der Himmel ist klar, die Stadt in sanftes
Licht gehüllt.
Neben dem al-Hamidijja-Suk steht die Statue von
Saladin: Er sitzt auf einem Pferd und schwingt sein
Schwert, zwei Soldaten stehen neben ihm, sie ziehen
Gefangene hinter sich her, die bei einem Kreuzzug ge-
macht wurden. Hinter der Statue erblickt man die Zi-
tadelle, ihre von Sonnenstrahlen durchbrochenen Zin-
nen, die an alte Zivilisationen, Schlachten, Siege und
Niederlagen erinnern. Seit Jahrhunderten erzählen diese
Orte die Geschichte der Stadt, die von Römern, Mon-
golen und Türken besetzt wurde sie sind alle ver-
schwunden. Sie aber ist immer noch da und erstrahlt
weiter.
Des Wartens vor dem Suk müde, entfernt sich Mo-
hammad und gibt vor, ein Telefongespräch zu führen.
Versteckt hinter Ramschwaren, die vor einem Laden
hängen, beobachtet er die Passanten. Jedes Mal wenn
sich jemand zu ihm wendet, zuckt er zusammen.
Er bedauert, sich so nah bei seiner Kleiderboutique
verabredet zu haben; er könnte einem seiner Kunden
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begegnen. Seit Jahren arbeitet er hier, es ist ein Fami-
liengeschäft: Sein Vater und sein Grossvater haben vor
ihm diesen Laden geführt. Sie haben ihr Leben hier ver-
bracht. Ein guter Ruf ist für die Kundenbindung un-
entbehrlich. Was würden sie alle sagen? Würden sie ihn
als Schwuchtel beschimpfen? Wer würde danach noch
wagen, seinen Laden zu betreten?
Er sieht einen Strassenhändler, das macht ihm Angst,
diese Leute arbeiten oft für den Geheimdienst. Er kennt
sie seit langem, seit jener Nacht, als sie im Dunkeln zu
ihm kamen. Nicht einmal ihre Gesichter konnte er er-
kennen. Doch er erinnert sich sehr gut an ihre Militär-
stiefel, die im Flur das Gesicht seines Vaters zerquetsch-
ten: »Willst du einen Putsch organisieren, Arschloch?«
Und dann hatten sie ihn mitgenommen. Mohammad
hatte sich zitternd an das Kleid seiner Mutter geklam-
mert. Er fühlte, wie Urin seine Beine hinablief. Er ver-
stand nichts, war nur von einem erfüllt: Grauen. Noch
heute überkommt ihn jenes Gefühl, sobald er einen
Geheimdienstler sieht. Mohammads Mutter war ihnen
nachgelaufen: »Wohin bringt ihr ihn? Bleibt stehen!
Wartet!« Sein Vater hatte ihr zugebrüllt: »Es dauert
nicht lange, das ist ein Irrtum! Ich bin mir sicher, mach
dir keine Sorgen!«
Wenn Mohammad nach jener Nacht fragte, wo sein
Papa sei, antwortete sie, er sei auf Reisen. Die Jahre ver-
gingen, sie lebten zu zweit in dem grossen Haus. Seine
Mutter war hart zu ihm. Immer wieder sagte sie ihm:
»Du bist nicht wie die andern. Du bist das Kind des
Helden. Du musst seinem Beispiel folgen.« Er nickte
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und bat sie dann um Erlaubnis, seinen Lieblingszei-
chentricklm ansehen zu dürfen, Cinderella. Einmal
hatte er mit anderen Kindern auf dem Bürgersteig Fuss-
ball gespielt, da kam seine Mutter, schlug ihn vor seinen
Spielkameraden und schleifte ihn nach Hause. Für sie
war die Strasse eine Wildnis, die er nicht allein betreten
durfte.
Wie immer ist er vor der vereinbarten Uhrzeit am
Trepunkt.
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Obwohl es kein üblicher Name ist, hat sie entschieden,
sich Joséphine zu nennen. Nicht nur aus Verehrung für
Joséphine Baker, sondern auch wegen der Bedeutung:
jene, die zusammenführt. Niemand kennt ihren wahren
Vornamen. Wenn man sie danach fragt, erwidert sie la-
chend: »Ich habe ihn vergessen.«
Ihr Leben ist ein Herz, das durch die Netzwerke
schlägt. Seit ihrem ersten Jahr an der Universität hat sie
überall Freunde gewonnen: in Aleppo, in Homs, in Da-
maskus, an der Küste. Sie ist ständig in Bewegung, von
einem Ort zum andern, um sie aufzusuchen. Jedes Mal
wenn sie einen von ihnen wiedersieht, hat sie den Ein-
druck, sich neu zu entdecken. Ihr Glück besteht darin,
ihre Probleme zu lösen; nunmehr versucht sie, eine Lö-
sung für die Probleme ihres Landes zu nden.
Seit drei Jahren lebt sie in Damaskus, nachdem sie
das Haus ihrer Eltern an der Küste verlassen hatte, um
Anglistik zu studieren. Es war nur ein Vorwand, um ih-
rer Familie zu entkommen. Sie war die einzige Tochter,
umringt von drei Brüdern, sie erstickte in dem kleinen
Dorf, wo jeder jeden kennt. Für sie war Damaskus eine
neue Welt, in der sie atmen konnte. Zuerst hatte sich
ihr Vater geweigert, sie ziehen zu lassen, doch am Ende

Omar Youssef Souleimane
Der letzte Syrer

Roman

Aus dem Französischen von Christiane Kayser


Hardcover, mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-03925-017-2
Seiten 197
Erschienen 1. März 2022
€ 22.90 / Fr. 27.50

März 2011, die arabische Welt ist in Aufruhr, alles scheint möglich. In Damaskus schart die Studentin Joséphine eine Gruppe junger Leute um sich. Sie alle eint die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, eine freiere Welt. Sie haben Träume, Pläne für die Zukunft, sie verlieben sich. Youssef und Mohammad. Youssef und Joséphine. Chalil und Joséphine. Zusehends verflechten sich die Ideale der jungen Generation mit einer Revolution, die ein ganzes Land erfasst und in einen Bürgerkrieg mündet.

Omar Youssef Souleimane ergründet die Herzen der syrischen Jugend am Beginn des Arabischen Frühlings. Sie trat für ein Ende der Diktatur und eine Demokratisierung ihres Landes ein, sollte aber an den brutalen Schergen des Regimes und an gewaltbereiten Islamisten scheitern. Ein ebenso poetisches wie schockierendes Plädoyer für die Freiheit des Individuums, für eine Gesellschaft, die allen einen Raum lässt.

»Nach all den Jahren des Krieges glaube ich, dass Syrien nicht mehr existiert. Es existiert nur in der Erinnerung der Syrer, egal ob sie sich im Land oder ausserhalb befinden. Was bleibt, ist der Traum, der sie begleitet, wo immer sie sind. Der Traum, in einem Land ohne Gewalt und ohne Diktator zu leben. Dieser Traum ist der letzte Syrer.«
Omar Youssef Souleimane in L’Écho

Pressestimmen

Der seit 2012 in Paris lebende syrische Journalist und Dichter Omar Youssef Souleimane hat den Jugendlichen, die die Revolution von 2011 trugen, ein Denkmal gesetzt.
— Rolf Brockschmidt, Der Tagesspiegel
Mit seinen ganz unterschiedlichen Figuren zeichnet der Schriftsteller ein scharfes Bild quer durch den syrischen Widerstand. Das Buch ist ein Plädoyer für die Freiheit des Einzelnen, die Freiheit der ganzen Gesellschaft und die Freiheit eines Landes. (…) Mit poetischem Kampfgeist beschreibt diese vielschichtige Erzählung eine vergessene Revolution, eine vergessene Generation und ein vergessenes Land. Eine Lektüre, die sich lohnt, auch wenn sie wehtut.
— Flora Roenneberg, Bayerischer Rundfunk
Bewusst führt Souleimane in seinem Roman zwei Stränge zusammen: hier das Ringen um politische Freiheit, dort das Ringen um sexuelle Selbstbestimmung. Denn der Autor möchte mit seinem Roman nicht nur an die gescheiterten Träume seiner eigenen Generation erinnern. Sein Roman geht einen Schritt weiter – und macht klar, dass die Arabellion nicht nur ein Regime, sondern eine ganze Gesellschaftsordnung stürzen wollte.
— Claudia Kramatschek, SWR2
Der Roman ist mehr als eine Dokumentation der gescheiterten syrischen Revolution. Souleimane erzählt von der Gedankenwelt und vom Lebensgefühl der jungen ProtagonistInnen, ihrem Ausbruch aus religiösen Konventionen und familiärer Enge, ihrer Suche nach Liebe. (…) Ein bedrückender, aber auch ein sinnlicher und poetischer Debütroman.
— Boris Bögli, Amnesty Journal
Der ehemalige Journalist, der seit 2012 im politischen Exil in Paris lebt, berichtet mit entwaffnender und manchmal brutaler Offenheit von den enttäuschten Hoffnungen einer freiheitstrunkenen Generation.
— Le Courrier
Ein herber, poetischer und bewegender Roman, aber auch ein Buch über die Freiheit.
— Radio France Internationale