LENOS

Salim Bachi
Der Hund des Odysseus

Roman aus Algerien

Aus dem Französischen von Michael Killisch-Horn
Mit einem Nachwort von Regula Renschler


Hardcover, mit Schutzumschlag
ISBN 978-3-85787-335-5
Seiten 249
Erschienen März 2003
€ 19.90 / Fr. 36.00

Hussain, Student und kurzzeitig Nachtportier in einem dubiosen, von zwei frommen Brüdern geführten Hotel, irrt durch die Strassen von Kirtha, einer imaginären Stadt in Algerien mit dem Namen der alten numidischen Hauptstadt und deutlichen Zügen von Algier, Constantine und Annaba.

Auf seiner Odyssee nimmt die Stadt, Quelle des Imaginären, der Erinnerung und der Emotionen, den desillusionierten jungen Mann, wie die meisten seiner Generation ohne Perspektive, ohne Arbeit und Geld, mit ihren Mythen und ihrer wechselvollen Geschichte gefangen, konfrontiert ihn mit der alltäglichen Gewalt. Nicht genug: Sie lässt ihn auch in seinen erotischen Phantasien und in den Lebensgeschichten von Freunden und Kollegen umherirren, beispielsweise derjenigen seines Kommilitonen Saif, der dem Angebot des Geheimdiensts, das Studium zu unterbrechen und Terroristenjäger zu werden, nicht widerstehen konnte.

Salim Bachis Erstling ist ein in jeder Beziehung aussergewöhnliches Werk. Dem Autor gelingt das Kunststück, die Seele eines Landes und eines Volkes einzufangen. Meisterlich bewegt er sich zwischen Mythos, Geschichte und repressiver Gegenwart. Er beherrscht die polyphone Erzählweise, besticht durch stilistische Vielfalt und das Abtauchen in phantastische Abgründe.

Pressestimmen

Mit seinem ersten Roman hat der 1971 geborene Salim Bachi viel gewagt und viel gewonnen. Wenn uns nicht alles täuscht, hat die an grossen Schriftstellern nicht gerade arme algerische Literatur wieder einmal einen neuen, vielversprechenden Namen vorzuweisen.
— Neue Zürcher Zeitung
Was den Hund des Odysseus gegenüber vielen sozialkritischen Texten aus dem Maghreb auszeichnet, ist seine erzählerische Vielschichtigkeit. Bachi beherrscht den Stil des realistischen Berichts wie den der psychologisch subtilen Detailzeichnung; surrealistische Passagen wechseln mit magischer Poesie.
— Basler Zeitung