Jean-Raoul Austin de Drouillard
Im falschen Leben. Eine Jugend
Aus dem Französischen von Steven Wyss
Hardcover
ISBN 978-3-03925-052-3
Seiten 229
Erschienen 4. Mai 2026
€ 26.00 / Fr. 28.00
Haiti in den 1950er Jahren. Jean-Raoul ist sechs Jahre alt – dann zerbricht jäh seine unbeschwerte Kindheit. Bei einem brutalen Überfall der paramilitärischen Garden des Diktators François Duvalier werden seine Eltern getötet. Ein Freund der Familie rettet den Jungen in die Schweiz, wo ein ihm völlig unbekanntes, erschreckendes Leben beginnt.
Er vermisst seine geliebte Mutter und fühlt sich fremd in einer Welt, die nicht seine eigene ist. Das Aufwachsen im Milieu des begüterten Basler Bürgertums ist von Angst und Einsamkeit geprägt. Eisiges Schweigen herrscht über die Ereignisse in Haiti. Im Haus Schöneck in der Basler Altstadt ist Jean-Raoul der grenzenlosen, verwöhnenden Liebe seines Beschützers ausgeliefert. Er wird als dem Judentum zugehörig erzogen, mit humanistischen Bildungsinhalten überschüttet und zu sportlichen Aktivitäten genötigt.
Sein seelisches Trauma, das tiefempfundene Dilemma in der verzweifelten Suche nach der eigenen Identität und einer kulturellen Heimat, prägt seine Entwicklung. Allmählich gelingt es ihm, dem alltäglichen Rassismus mit bissigem Humor zu begegnen und der übergriffigen Beziehung standzuhalten, um unabhängig eigene Ziele zu verfolgen.
Pressestimmen
Der autofiktionale Text ist happige Kost. Der moderne Entwicklungsroman spielt über weite Strecken in Basel. … Im Kern geht es dem pensonierten Universitätsgelehrten um die literarische Verarbeitung der verheerenden Auswirkungen auf die zarte Seele eines Kindes.— Anna Wegelin, PROZ
Ein sehr persönlicher Coming-of-Age-Roman über ein Basel aus einer anderen Zeit und Welt. … Mit »Im falschen Leben« schreibt sich Austin seine zerrüttete Jugend vom Leib.— Anna Wegelin, bz Basel
Dieser Roman ist das nostalgische Vermächtnis eines Menschen mit besonderer Biographie. … Streckenweise erinnert Austin de Drouillards Stil an den Magischen Realismus des Kolumbianers Gabriel García Márquez, wenn auch mit homoerotischer Färbung. Gleichzeitig spielt von seiner europäischen Prägung her die Kunst der Andeutung mit hinein, wie man sie im Nouveau Roman des Franzosen Patrick Modiano findet.— Tina Uhlmann, Keystone-SDA
