LENOS
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In einer von Klimawandel und gesellschaftlichen Verwerfungen ge-
prägten Zukunft führt ein letzter Auftrag den Forscher Holm auf
eine Insel, die dem Untergang geweiht ist. Dort soll er die verbliebe-
nen Spuren des Lebens für die Nachwelt festhalten.
Zwei Generationen vorher verliert eine Frau in einer Flutkatastro-
phe ihren Mann, den Zeugen ihrer Vergangenheit. Trotzdem bleibt
sie ihrer Insel und deren reicher Natur verbunden und ndet Trost
in der Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
Ihre Geschichten verweben sich; beide Figuren teilen eine tiefe,
mystische Verbindung zu ihrer Insel und erfahren sie als Schauplatz
existentieller Fragen.
In atmosphärischer, bildhafter Sprache beschreibt Gabrielle Alioth
die Schnittstellen zwischen Gestern und Morgen, zwischen Wirk-
lichkeit und Fiktion, Utopie und Vergangenheit. Eindringlich
führt uns der Roman auch die Zerbrechlichkeit der Natur und die
menschliche Sehnsucht nach Halt in einer Welt, die aus den Fugen
geraten ist, vor Augen.
Lenos Verlag
Gabrielle Alioth
Die letzte Insel
Roman
Die Autorin dankt der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
für die grosszügige Förderung dieses Romanprojektes.
Der Verlag dankt dem Fachausschuss Literatur BL/BS
für die Unterstützung.
Erste Auflage 2025
Copyright © 2025 by Lenos Verlag, Basel
Alle Rechte vorbehalten
Lektorat: Iris Becher
Satz und Gestaltung: Lenos Verlag, Basel
Umschlagbild: Alex Gontar
Printed in Germany
ISBN 978 3 03925 045 5
www.lenos.ch
Warum fragst du mich, woher ich komme
oder wie ich heisse?
Warum fragst du mich nicht nach der Insel?
Wie du sie jetzt siehst, so ist sie gewesen
seit dem Anfang der Zeit.
Navigatio Sancti Brendani Abbatis*
* Aus: Brendans Inseln / Navigatio Sancti Brendani Abbatis. Aus der
Urfassung übertragen und herausgegeben von Wolfgang Schlüter.
Wien/Lana: Edition per procura 1997.
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Seit der Überschwemmung wohne ich in dem Haus an
der Küste der Insel. Es ist nicht gross, aber es reicht für
mich und den Hund. Was machst du?, fragt Daniel am
Telefon, und ich erzähle von der Weissdornhecke im
Garten, die der letzte Sturm niedergerissen hat. Hier
scheint die Sonne, sagt er.
Eine Insel ist eine Landmasse in einem Gewäs-
ser, die auch bei Flut über den Wasserspiegel ragt und
kein Kontinent ist. Es gibt Meeresinseln, Flussinseln,
Seeinseln. Auch die Schären vor der Ostseeküste und
die Holme im Nordatlantik gelten als Inseln. Eisberge,
Atolle, Pfahlbauten und Bohrplattformen jedoch sind
keine, auch Schotterbänke nicht oder Findlinge, die
ein Gletscherstrom in einem Gewässer zurückgelassen
hat. Oft unterscheiden sich Inseln durch ihre Flora und
Fauna vom Festland.
Menschen siedelten schon früh auf Inseln, weil sie
sich dort sicher fühlten. Das begünstigte die Entwick-
lung von Hochkulturen wie in Japan, auf Kreta oder
der Osterinsel. Man bringt Gefangene auf Inseln, Ver-
bannte, Verrückte; auf anderen hausen Gestrandete,
Hexen oder weise Männer. Gemäss Wikipedia gibt es
zweiundzwanzig mythische Inseln und neunundneun-
zig Phantominseln, die als echt galten, bevor sie ver-
schwanden. Inseln können auch Orte in unserer Vor-
stellung sein.
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Ich schreibe über Inseln, werde ich Daniel sagen,
wenn er das nächste Mal anruft, und vielleicht wird er
mit diesem dunklen »Ha!« antworten, das ich so mag.
Dann werde ich ihm erzählen, dass ich die Hecke wie-
der aufgebunden habe und dass der Hund nun nachts
neben mir auf dem Bett schläft.
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Wolken und Wogen rollten ineinander. Eine Welle hob
die Bootsschale hoch und warf sie aufs Wasser zurück.
Für einen Moment glaubte Holm, sie falle auseinander
wie eine welke Blüte. Dann sass er wieder im Brausen
des Sturms auf der Bank, spürte den Boden unter seinen
Füssen, das Paddel in den Händen. Das Salz brannte in
seinem Gesicht. Nebelfetzen formten die Umrisse ren-
nender Hunde.
In einer Lücke zwischen den Schwaden, dort, wohin
der erste Ozier gedeutet hatte, glaubte Holm den Rü-
cken der Insel zu sehen, kahl und schwarz. Wie lange
war es her, seit das Schi der Küstenwache ihn abgesetzt
hatte? Kaum hatte es beigedreht, war sein ermoantrieb
ausgefallen. Ein paarmal hatte er noch die Resettaste ge-
drückt. Dann hatte er das Notpaddel aus dem Bootsbo-
den gebrochen und begonnen zu rudern. Die Wirbel
im Wasser zogen seinen Blick auf sich. Je länger er hin-
schaute, umso heftiger zerrten sie an ihm. Wenn er die
Augen schloss, füllte das Tosen des Sturms seinen Kopf.
Als der Bootsrumpf über den Strand schleifte, fuhr
Holm aus dem Schlaf. Seine Glieder waren starr. Es
musste Morgen sein, die Flut lief bereits wieder aus und
zog die Bootsschale ins Meer zurück. Er zögerte nicht.
Wie ein Sack tauchte sein Leib in die Gischt. Noch be-
vor er Grund unter den Füssen hatte, riss die Strömung
ihm die Schale aus der Hand. Die nächste Woge brach
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über ihm, er konnte nicht zurück. Er watete dem Ufer
zu. Die Flut trug das Boot noch einmal heran, und
für einen Augenblick meinte er, es werde ihn erschla-
gen. Aber die Welle zerlief, bevor sie ihn erreichte. Vom
Strand aus sah er, wie das Boot mit seiner Ausrüstung in
den Felsen am Rande der Bucht kenterte.
Der Himmel war grau gewesen, als Holm am Tag zu-
vor am Hafen aus seinem Mietwagen gestiegen war. Das
Schi der Küstenwache lag am Kai vertäut. Es schien
riesig neben den rostenden Trawlern, den Wellblech-
schuppen, und seine Antennen ragten wie Fühler in die
Luft. Unschlüssig stand Holm vor der Gangway; ohne
Erlaubnis ein Schi zu betreten war vorschriftswidrig.
Er überlegte, ob er rufen sollte, aber es war niemand
zu sehen. Sein Rücken schmerzte von der langen Fahrt.
Der Autopilot hatte die Küstenstrasse gewählt, das Mit-
telland war weitgehend überschwemmt, und die Felder,
die noch über Wasser lagen, wurden schon lange von
Ernterobotern bewirtschaftet. Holm ging bis zum Ende
der Hafenmauer. Aus den Felsplatten jenseits ragten ei-
serne Stacheln, wohl um raubgierige Seehundemeuten
fernzuhalten. Als er sich umdrehte, sah er die kleinen,
aneinandergedrängten Häuser, die sich um den einge-
stürzten Kirchturm scharten. Eines davon musste das
Gästehaus sein, in dem ihm das Institut für die letzte
Nacht an Land ein Zimmer gebucht hatte.
Seine Ungeduld zügelnd, kehrte Holm zum Schi
der Küstenwache zurück. Unwillig rief er hallo und
ging die Gangway hinauf. Auf dem Helikopterdeck war
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das Beiboot aus Myzel aufgebockt, das er für das letzte
Stück der Überfahrt auf die Insel bestellt hatte; es gab
dort keine Anlegestelle. Die Tür zu den Kabinen war
unverschlossen, er stiess sie auf, rief nochmals. Ein alt-
modischer Geruch nach Diesel und feuchten Decken
kam ihm entgegen. Ärger packte ihn. Er hatte seine An-
kunft angekündigt; der Tracker in seinem Handgelenk
bestätigte, dass er pünktlich war. Er stapfte die Gang-
way wieder hinunter. Sollte er den Mietwagen von der
Ladestation ans Schi heranholen und beginnen, seine
Ausrüstung auszupacken? Während er in seinen Mantel-
taschen nach der Autofernbedienung suchte, blieb sein
Blick an einem Schild über einem der Wellblechschup-
pen hängen: e King of ule Bar und Restaurant.
ule, die nördlichste Insel der Welt. Sechs Tagesreisen
von Britannien entfernt, eine Tagesreise vom Ende der
Welt, so hatte sie der griechische Seefahrer Pytheas im
vierten Jahrhundert vor Christus beschrieben. Vielleicht
hatte er Island gemeint, die Färöer, die Lofoten, oder
hatte er ule einfach erfunden?
Warme Bierluft schlug Holm entgegen, als er die
Bar betrat. Der Raum war dunkel und leer bis auf eine
Gruppe, die an einem Tisch in einer Ecke vor halb-
vollen Gläsern sass. Die Besatzung des Küstenwach-
schis begrüsste Holm wie einen alten Bekannten. Der
erste Ozier bestand darauf, ihm ein Bier zu bestellen,
und als Holm die lauwarme Flüssigkeit auf der Zunge
schmeckte, legte sich sein Ärger. Sie redeten über das
Wetter. Seit Tagen warnte der meteorologische Dienst
vor einer Störungsfront, aber niemand konnte sagen,
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wann sie die Küste erreichen würde. Erst nach einer Weile
begri Holm, dass die Besatzung darüber diskutierte, ob
sie ihn wie geplant am nächsten Tag zur Insel hinausfah-
ren könne. Ihm wurde mit einem Mal heiss. Ob es nicht
möglich sei, sofort in See zu stechen, bevor die Störung
näher komme, fragte Holm. Eine der Frauen lachte wie
über einen Witz. Als Holm darauf beharrte, seine Aus-
rüstung noch an diesem Abend aufs Schi zu bringen,
wurden sie und die anderen ernst. Sie tranken ihre Gläser
aus, und eine halbe Stunde später war Holms Gepäck an
Bord. Um sechs Uhr dreissig am nächsten Morgen, eine
Stunde vor Sonnenaufgang, würden sie ablegen. Holm
bemerkte die Herablassung in den Gesichtern der Besat-
zung, als er die vereinbarte Zeit wiederholte.
In der Nacht weckte ihn der Wind, der im Garten
hinter dem Gästehaus an den Weissdornhecken zerrte,
und er versuchte, zu hören, ob er stärker wurde. Er
dachte an die Wetterkarten im Institutsarchiv, mit denen
einst Landfall und Stärke eines Sturms vorausberechnet
worden waren. Damals lag die Eintrittswahrscheinlich-
keit noch bei neunzig Prozent, und man sagte, das Wet-
ter wiederhole sich alle hundert Jahre. Kaum war Holm
wieder eingeschlafen, vibrierte sein Tracker.
Der Hafen lag ausgestorben in der Morgendämme-
rung, der Mietwagen war bereits zurückbeordert wor-
den. Ein beständiger Westwind blies, Stärke fünf. Auf
dem Meer trieben weisse Schaumkronen. In den Ka-
binen des Küstenwachschis brannte Licht. Die Be-
satzung sass in der Bordküche. Auf einem zerkratzten
Tablett zwischen Kaeetassen tickten die neusten Wet-
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terdaten. Holm tat, als sähe er die krummen Garben der
Isobaren nicht.
Die Crew beschloss, das Myzelboot bereits im Hafen
zu Wasser zu lassen und es hinter dem Schi herzuzie-
hen. Holm spürte wieder seine Ungeduld. Versuchten
sie, die Abfahrt hinauszuzögern? Er liess die Leute nicht
aus den Augen, während sie das Boot mit dem Bordkran
über die Reling hoben und im Heck vertäuten. Als sie
fertig waren, gesellte sich die Kapitänin zu ihm. Holm
wusste, was sie sagen würde. Aber die Zeit war knapp.
Wenn er Pech hatte, würde die Militärkommission ih-
ren Termin vorziehen und die Insel besetzen, bevor er
mit seiner Arbeit fertig war. Holm erklärte, er über-
nehme die Verantwortung. Es war sein letztes Projekt.
Das Schi der Küstenwache glitt wie ein Bolzen
durch das aufgewühlte Meer. Holm knöpfte seinen
Mantel zu und schlug die Kapuze hoch, doch nach ei-
niger Zeit wurde der Wind auch ihm zu bissig, und er
ging zum ersten Ozier ins Steuerhaus. Auf allen Seiten
lief Wasser über die Scheiben. Das Rauschen des Win-
des vermischte sich mit dem Lärm der Motoren. Der
Ozier sprach über Funk mit jemandem, Holm ver-
stand kein Wort. Die Küstenwache würde ihn bis auf
dreihundert Meter an die Insel heranbringen, so war es
ausgemacht. Unter gewöhnlichen Umständen würde er
von diesem Punkt nicht länger als eine Viertelstunde
brauchen, um den Sandstrand im Osten der Insel zu
erreichen, der auf den Drohnenaufnahmen zu sehen
war. An der Westseite zeigten die Aufnahmen Klie aus
Kalkstein. Schweigend beobachtete Holm die weissen
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Schaumstreifen, die sich zwischen den Wellen gebildet
hatten. Er würde den Wind gegen sich haben. Die op-
timale Route von dem Punkt, an dem die Küstenwa-
che ihn absetzen würde, bis zum Ufer der Insel war in
seinem Tracker gespeichert. Der Sturm beeinusste die
Stärke der Strömung, vielleicht auch ihre Richtung. Die
Berechnungen waren nutzlos.
Holm verfolgte auf dem Radar, wie sich das Schi
den vereinbarten Koordinaten näherte. Es schien immer
schneller zu gehen. Da, sagte der Ozier und deutete
auf die Wogen. Nach einer Weile erkannte Holm einen
Kamm: die Insel. In ihrem Ölzeug kamen die Leute
aus den Kabinen und zogen das Myzelboot neben das
Schi. Holm merkte, dass seine Hände zitterten, als er
nach der Strickleiter gri. Die Kapitänin hatte angebo-
ten, ihn zurückzufahren und es morgen oder übermor-
gen, wenn der Sturm sich gelegt hätte, nochmals zu ver-
suchen. Über die Kosten könne man reden. Holm hatte
abgelehnt. Mit besorgten Mienen hievten die Leute die
Truhe mit den Messinstrumenten über die Reling. Sie
war zu schwer. Auch als Holm die Vorratskiste, den
Rucksack mit Zelt und Kleidern und seine Mappe im
Heck verstaut hatte, lag das Boot noch schief im Was-
ser. Die Wogen schlugen es gegen die Schiswand. Die
Crew schwieg, als Holm sich von ihnen verabschiedete.
~
Es regnet, während ich den Strand entlanggehe. Seit der
Überschwemmung komme ich jeden Morgen hierher.
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Um mit dem Hund zu spazieren, sage ich Daniel. Heute
hat das Meer Tang angeschwemmt. Es muss wieder ge-
stürmt haben letzte Nacht, und ich überlege, ob ich im
Schlaf den Wind gehört habe. Der Hund beschnuppert
eine Qualle.
Daniel hat mir einen Artikel über die Denition von
Inseln im internationalen Seerecht geschickt. Schon die
Tatsache, dass eine Insel bei Flut aus dem Wasser ragen
muss, wirft Fragen auf: Was bedeutet Flut? Springut,
Hochut, Sturmut? Noch problematischer scheint die
Annahme, eine Insel gelte nur als solche, wenn man
darauf autark leben könne. Heisst das in einer Gemein-
schaft, die sich selbst genügt, oder als Mensch, der auf
niemanden angewiesen ist? Der Hund hat das Interesse
an der Qualle verloren und trabt den Spülsaum entlang.
Früher glaubten die Leute, vor der irischen Küste liege
eine Insel, auf der man die Zeit vergesse. Ein Kormoran
iegt Richtung Norden. Seit einigen Jahren nisten sie
in den Felsen vor Clogherhead, einer Landzunge, die
am Ende des Strands ins Meer hinausragt. Der Regen
hat aufgehört. Ich rufe den Hund und nehme ihn an
die Leine. Manchmal stelle ich mir vor, alles, was in der
Überschwemmung aus dem Tal gespült wurde, füge
sich im Zwielicht des Wassers zu einem neuen Ort zu-
sammen. Weiter draussen scheint das Meer glatter, bis
es als scharfe Kante den Himmel berührt. Vielleicht ist
es leichter, an etwas Erfundenes zu glauben als an die
Leere.
~

Gabrielle Alioth
Die letzte Insel

Roman

Hardcover
ISBN 978-3-03925-045-5
Seiten 229
Erschienen 5. August 2025
€ 26.00 / Fr. 28.00

Eine Reflexion über die menschliche Existenz und die Verletzlichkeit der Natur

In einer von Klimawandel und gesellschaftlichen Verwerfungen geprägten Zukunft führt ein letzter Auftrag den Forscher Holm auf eine Insel, die dem Untergang geweiht ist. Dort soll er die verbliebenen Spuren des Lebens für die Nachwelt festhalten.
Zwei Generationen vorher verliert eine Frau in einer Flutkatastrophe ihren Mann, den Zeugen ihrer Vergangenheit. Trotzdem bleibt sie ihrer Insel und deren reicher Natur verbunden und findet Trost in der Auseinandersetzung mit dem Erlebten.
Ihre Geschichten verweben sich; beide Figuren teilen eine tiefe, mystische Verbindung zu ihrer Insel und erfahren sie als Schauplatz existentieller Fragen.

In atmosphärischer, bildhafter Sprache beschreibt Gabrielle Alioth die Schnittstellen zwischen Gestern und Morgen, zwischen Wirklichkeit und Fiktion, Utopie und Vergangenheit. Eindringlich führt uns der Roman auch die Zerbrechlichkeit der Natur und die menschliche Sehnsucht nach Halt in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist, vor Augen.

Kurzlesung aus dem Roman: YouTube


Pressestimmen

Gabrielle Alioth hat mit »Die letzte Insel« einen der klügsten, leisesten und sprachlich schönsten Romane der letzten Jahre geschrieben. (…) Wer Spuren lesen will – zwischen Gärten, Träumen, verwaschenen Karten und fragilen Beziehungen –, wird belohnt. Dieser Roman ist wie ein Spaziergang im Nebel: langsam, vielsagend, verändernd.
— Axel Reitel, tabula rasa
Die Ich-Erzählerin beschreibt Holms Welt akkurat und anschaulich. Raffiniert spiegelt sie darin Motive aus dem eigenen Leben, verfremdet sie und erweitert ihren Bedeutungsrahmen mit Verweisen auf die Evolutionsbiologie oder die Kunst von Carpaccio und Böcklin.
— Beat Mazenauer, Keystone-SDA
Feinsinnig detailsatt und faktenreich. Gabrielle Alioths Roman wirkt bedrückend heutig.
— Verena Stössinger, PROZ
Mit leichter Hand zeichnet Alioth … ein faszinierendes, gar nicht so dystopisches Bild der Zukunft. Vieles wird raffiniert angedeutet, manches bleibt offen.
— Martina Läubli, NZZ am Sonntag
Alioths Verbundenheit zu Irland schimmert in atmosphärischen Landschaftsschilderungen durch, die wiederum symbolisch für Leben und Verwurzelung, für Verlust und Zerstörung stehen. … Ihre Sprache ist poetisch, bildhaft, aber auch naturwissenschaftlich präzise. Ein nachdenkliches Buch über die Existenz des Lebens.
— Renate Schattel, ekz-Informationsdienst
»Die letzte Insel« ist eine poetische Reflexion über die Folgen des Klimawandels. … Alioth bewegt sich leichtfüssig durch die Stoffe. … Sie kreist um Mythen, um Erinnerungsinseln, um Familiengeschichten und um historische Quellen.
— Elodie Kolb, bz – Zeitung für die Region Basel
Der Roman führt schliesslich in die Dystopie, die uns von Gabrielle Alioth zugleich zutiefst erschreckend und doch klar und fast sanft in der Sprache beigebracht wird. Das ist Kunst.
— Irmgard Hunt, TRANS-LIT2
»Die letzte Insel« ist eine Liebeserklärung an das Leben, selbst dann, wenn nur noch wenig davon übrig bleibt, wenn man sich der Endlichkeit bewusst ist. »Die letzte Insel« beschreibt nicht nur eine geographisch nachvollziehbare Kulisse, sondern das, was an Erinnerungen bleibt, jene Insel, die bleibt, wenn alles andere untergeht.
— Gallus Frei-Tomic, literaturblatt.ch
Gabrielle Alioth setzt in ihrem Roman auf zeitlich verschobenen Ebenen eine eindrückliche Dystopie zusammen, in der sie die Folgen des Klimawandels auf spannende Art und Weise mit phantasievollen Handlungssträngen eines fiktiven Romangeschehens verflicht.
— Franz König, BirsMagazin
Der atmosphärisch sehr dichte Roman spielt mit den verschiedenen Arten, mit der Welt umzugehen. … Sehr geschickt führt Gabrielle Alioth, die sich auf poetische Bilder ebenso versteht wie auf wissenschaftliche Beschreibungen, ihre ausgelegten Fäden zusammen.
— Lohrmanns Literaturempfehlungen

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