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Das nächste Date habe ich zwei Abende später. Leo und
ich haben uns nicht im Chat, sondern in der Stadt ken-
nengelernt, an einem einsamen Montagabend, als wir
im Kino den Saal mitten in einer Spätvorstellung zeit-
gleich verließen, weil wir mit dem Film beide nichts an-
fangen konnten. Danach sind wir ins Bermuda gegan-
gen. Dort habe ich mich in ihn verliebt, noch am selben
Abend. Er hat Zeit gebraucht, eigentlich bis heute. Wir
haben uns mühsam voneinander entwöhnt, ich bin mir
sicher, auch er widerwillig, dann vermisst, er weniger
süchtig als ich. Das ist jetzt drei Monate her. Ich konnte
ihn einfach nicht aufgeben. Nach seinem
Wie geht’s?
verabreden wir uns im Bermuda.
Die Frau geht zum Fenster und springt. Sofort. Ohne ein
Zögern. Sie steigt mit einem großen Schritt aufs Fenster-
brett, zieht sich dabei mit der Hand am Gri des geö-
neten Fensters hoch, stößt sich mit dem nächsten Atemzug
ab. Ihre Fersen schweben für einen kurzen Augenblick über
dem Fenstersims. Dann stürzt sie in die Tiefe. Nach ihrem
Sprung fallen die Fensterügel hinter ihr wieder in den
Rahmen. Die Vorhänge hatte sie nur notdürftig beiseite-
geschoben, der weiße Sto hängt schräg vor dem Fenster,
vom Wind zurückgeweht, und gibt eine schmale Stelle Glas
frei. Ein Spalt weißes Licht fällt durch bis ins Zimmer,
am Boden ein heller Streifen. Ich sitze auf ihrem Bett. Ich
könnte ewig so dasitzen und diesen weißen Streifen Licht
anstarren. Geräusche dringen von draußen ins Zimmer,
ich ignoriere sie. Das verzweifelte Schreien, die Sirenen, ich
wische sie mit einer Handbewegung weg, wie die Flusen