Auf ihren Streifzügen in wissenschaftliches Neuland setzt sich Florianne Koechlin mit der Forschung um Bakteriophagen auseinander. Die »Bakterienfresser« sind Viren, die gezielt Bakterien zerstören.
Basel, Bider & Tanner, Aeschenvorstadt 2
Bakteriophagen – wörtlich Bakterienfresser – sind Viren, die gezielt Bakterien zerstören. Für menschliche Zellen sind sie völlig harmlos. Bakteriophagen – kurz Phagen – können helfen, wo Antibiotika nichts mehr nützen. Seit Milliarden von Jahren sind Phagen die natürlichen Gegenspieler der Bakterien.
Florianne Koechlin beginnt ihre Expedition in den Kosmos der Phagen in Georgien: am Eliava-Institut in Tbilissi, wo Phagen seit über hundert Jahren erforscht und zur Heilung von Infektionen genutzt werden. Hunderte Schwerkranke aus der ganzen Welt reisen jedes Jahr dorthin, um sich behandeln zu lassen, viele – nicht alle – mit Erfolg. Phagentherapien sind bei uns nur ausnahmsweise erlaubt.
Koechlin setzt ihre Erkundungen bei Forschenden ausserhalb Georgiens fort, die das ändern wollen – angesichts der dramatisch um sich greifenden Antibiotikaresistenzen dringend nötig. Dabei entdeckt sie auch das Sozialleben der Phagen. In Experimenten konnte dies nachgewiesen und mehrfach belegt werden.
Die Recherchen führen Koechlin schliesslich zur Frage: Was ist Leben? Und zur Feststellung: Die Phagen verändern die Antwort darauf!